Magdeburg l Hamburg also. Auch genannt: das Tor zur Welt. Das Tor nach Europa würde dem SC Magdeburg bereits reichen. Zumindest stehen für den Tabellenvierten der Bundesliga alle Zeichen auf kontinentalen Wettbewerb in der kommenden Saison. Beim HSV (10.) am heutigen Dienstag ab 20.15 Uhr in O 2-World (live bei sport1.de) kann das Team von Trainer Geir Sveinsson den nächsten Schritt dorthin gehen. "Wir haben noch ein schweres Programm in der Liga", sagt Torhüter Jannick Green zwar. "Aber natürlich haben wir ein großes Selbstvertrauen, wir können viel erreichen. Nur Meister, glaube ich, werden wir wohl nicht mehr", meint der 26-Jährige lächelnd.

Meister ist der HSV Hamburg zum ersten und letzten Mal vor vier Jahren geworden, vor zwei Jahren gewann er sogar die Champions League. Das war ein großes Fest an der Alster. Und es war außerdem ein großes Fest für das Portemonnaie: 495 000 Euro Prämie kassierten die Hamburger damals für ihren Sieg. Trotzdem schrieben sie seither Schlagzeilen über Schulden, über möglichen Lizenzentzug für die Bundesliga, über Rettung in letzter Sekunde und über Trainerentlassung wie jene von Christian Gaudin im vergangenen Dezember.

Sportlich ist die Mannschaft eine Hamburger Wundertüte, deren Überraschungen wohl vor allem aus der Tagesform der Leistungsträger resultiert. Deshalb gewinnt der HSV mal etwas überraschend wie in Melsungen (26:23), und er verliert mal überraschend hoch wie beim Aufsteiger Friesenheim (23:30).

Vornehmlich finden sich die Leistungsträger in der ersten Sieben: zum Beispiel mit Keeper Johannes Bitter, Pascal Hens, Hans Lindberg, Kentin Mahé oder Henrik Toft Hansen. Lindberg ist mit 163 Toren bester HSV-Werfer. "Die Breite wie in den letzten Jahren ist zwar nicht mehr da", weiß Stiebler. "Aber ein Jogi Bitter ist immer noch in der Lage, die gesamte Mannschaft mitzureißen." SCM-Regisseur Michael Haaß mahnt: "Hamburg hat eine sehr gute Mannschaft. Für uns ist das dort kein Pflichtsieg." Auch nicht nach 13 Pflichtspielsiegen in Serie. Das Hinspiel verlor der SCM mit 25:26. "Jetzt wollen wir Revanche", erklärt Green.

Magdeburg reist dazu ohne Verletzungssorgen an, zum Kader gehört erneut Youngster Alexander Saul. "Wir müssen den Schalter nach dem euphorischen Pokalerfolg gegen Göppingen (32:17/d. Red.) wieder umlegen", so Stiebler. "Ich denke, für uns wird es ein extrem schweres Spiel, der Gastgeber wird sehr motiviert und wir müssen zu 110 Prozent fokussiert sein."