Hamburg (dh) l Bitterer hätte es am Sonntag nicht laufen können für den SC Magdeburg. Die Handballer unterlagen im Endspiel um den DHB-Pokal der SG Flensburg-Handewitt mit 31:32 (24:24, 27:27, 4:5) nach Siebenmeterwerfen. Damit muss der SCM auf seinen nächsten Titel weiter warten. Der letzte große Erfolg datiert aus dem Jahr 2007, als die Magdeburger den EHF-Cup gewannen.

Beste Werfer am Sonntag vor 13.300 Zuschauern, darunter etwa 3000 aus Magdeburg, in der O2-World in Hamburg waren Robert Weber und Jure Natek mit jeweils sechs Toren, Anders Eggert traf neunmal für die Flensburger.

SC Magdeburgs große Stärke: die Abwehr

SCM-Manager Marc Schmedt hatte zur Pause bereits erklärt: "Unsere kämpferische Leistung ist sensationell, wir sind voll da." Das waren die Magdeburger gerade nach dem zwischenzeitlichen 1:5 (10.), das sollte so bleiben bis zum Schluss. Der SCM besann sich alsbald auf seine größte Stärke: die Abwehr. Im Verlauf sollten Fabian van Olphen und Co. kaum ein Durchkommen ermöglichen. Und den Rest erledigte Jannick Green im Tor, der bis zur Halbzeit sieben Bälle entschärfte.

Gleich nach dem Wechsel schaffte der SC Magdeburg seine erste Führung im Spiel. Yves Grafenhorst erzielte das 11:12 (32.). Doch wenige Minuten später musste der 31-Jährige mit schwerer Schulterverletzung von der Platte. Flensburg zelebrierte weiter ein 3-3-Abwehr bis hin zur Manndeckung.

Aber das gab den Magdeburgern Platz für Anspiele an den Kreis: Und da stand Bartosz Jurecki, holte Siebenmeter raus. Jure Natek fand zu seiner Treffsicherheit. Es blieb dennoch ein offener Schlagabtausch bis zum Schluss. Vor allem nutzte Flensburg eine Überzahl zur 17:16-Führung in der 44. Minute. Unterstützt von den Paraden von Mattias Andersson gab das der Mannschaft von Ljubomir Vranjes neuen Schwung.

Robert Weber war Pechvogel des Tages

Der Kampf zog sich hin bis zur Schlusssirene. Und diese unglaubliche 6-0-Abwehr der Magdeburger hielt fast allen Angriffen Stand. In der dramatischen Schlussphase führte SCM mit 24:23 durch Matthias Musche, sieben Sekunden vor der Schlusssirene traf Anders Eggert zum Ausgleich - Verlängerung.

Nach den folgenden zehn Minuten stand es 27:27, das Siebenmeterwerfen musste entscheiden. Und darin war Robert Weber der Pechvogel des Tages. Gleich im ersten Wurf scheiterte der Österreicher. Flensburg traf alles und gewann zum vierten Mal nach 2003, 04 und 05 den Pokal des Deutschen Handball-Bundes (DHB).