Hertha BSC II: Gersbeck - Zingu, Breitkreuz, Syhre, Regäsel, Samson, Fuchs (67. Rausch), Dem (80. Arnst), Rockenbach da Silva, Born, Bülbül (76. Fiegen)

FCM: Tischer - Bankert (46. Handke), Schiller (87.
Lange), Puttkammer, Hammann, Butzen, Fuchs, Reimann, Kruschke (76. Chahed), Hebisch, Beck

Schiedsrichter: Ostrin (Eisenach).
Zuschauer: 2732. Tore: 0:1 Beck (2.), 1:1 Hebisch (8./Eigentor), 1:2 Fuchs (39.), 1:3 Chahed (78.), 1:4 Beck (87.). Gelb: Regäsel, Dem, Born, Samson / Puttkammer, Kruschke

Berlin l Die Erleichterung war allen anzumerken, die Freude bei Spielern und Offiziellen des FCM indes noch verhalten. Nach einem wochenlangen Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem FSV Zwickau sicherte sich der FCM am Sonntag überraschend einen Spieltag vor dem Saisonende die Meisterschaft - so überraschend, dass Zeugwart Heiko Horner nicht einmal die bei solchen Anlässen obligatorischen Meister-T-Shirts im Gepäck hatte. Immerhin stand nach dem Abpfiff eine Kiste Bier in der Kabine bereit, und "DJ" Nico Hammann befeuerte die Stimmung mit Ballermann-Hits von Mickie Krause & Co., während die rund 2000 mitgereisten FCM-Fans "Oh, wie ist das schön ..." im Amateurstadion von Hertha BSC anstimmten.

"Wir sind jetzt Meister. Schön und gut. Aber im Endeffekt haben wir noch nichts erreicht und müssen noch in die Relegation", brachte Regisseur und Taktgeber Lars Fuchs die Gemütslage treffend auf den Punkt. Nach einem Blitzstart des FCM durch Top-Torjäger Christian Beck nach Eckball von Hammann (2.) und einem unglücklichen Eigentor von Nicolas Hebisch (8.) sorgte Fuchs nach einem blitzsauberen Konter für die erneute Führung und brachte wieder mehr Ordnung ins Spiel der Gäste, die jetzt seit 19 Spielen unbesiegt sind (17 Siege).

Nach der Pause bestimmte der FCM gegen die heimstarken Herthaner klar das Geschehen. Allein Beck hatte dreimal (57. 67., 71.) die Vorentscheidung auf dem Fuß. Die gelang ausgerechnet dem unmittelbar zuvor eingewechselten Tarek Chahed. Nach Flanke von Hebisch stocherte der A-Jugendliche mit seiner ersten Ballberührung den Ball zum 3:1 über die Linie (78.). "Ein unglaubliches Gefühl, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", sagte Chahed. Kurz darauf machte die Kunde vom 3:1 der Halberstädter gegen Zwickau die Runde, und die Anspannung bei den Akteuren und auf den Rängen begann sich zu lösen. Beck mit seinem 20. Saisontor sorgte für den 4:1-Endstand (87.)."Jetzt müssen wir durchschnaufen. Ein Bierchen ist erlaubt, dann haben wir eineinhalb Wochen, um uns auf Offenbach vorzubereiten", sagte Fuchs.

Das Management ist da schon ein bisschen weiter: "Wir mussten natürlich zweigleisig planen", sagte Pressesprecher Matthias Kahl, der voraussichtlich am heutigen Montag die Vorverkaufs-Modalitäten für das Heimspiel gegen Kickers Offenbach am 27. Mai bekanntgeben wird. Die Spiele gegen den Südwest-Meister waren trotz Meisterjubel schon omnipräsent. Torwart Matthias Tischer: "Im Moment ist es schön. Aber wir wissen, dass noch zwei wichtige Spiele kommen. Das trübt die Freude ein bisschen."

 

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