Am Bürgerdenkmal in der Lothar-Kreyssig-Straße trafen sich gestern die letzten Spender von Bürgersteinen. Denkmal-Initiator Rudolf Evers erinnerte dabei noch einmal an die friedliche Revolution von 1989.

Altstadt. Auch im Jahr 22 nach der Wende sind für Rudolf Evers die dramatischen Tage vom November 1989 immer noch so präsent wie kurz nach der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990. "Mit der friedlichen Revolution haben die im Grunde einen Atomkrieg verhindert", sagte Evers gestern am Bürgerdenkmal in der Lothar-Kreyssig-Straße. Mit "die" meint Evers die mutigen DDR-Bürger, die 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind. Das Bürgerdenkmal in der kleinen Allee zwischen Dom und Breitem Weg erinnert daran.

2003 wurde es am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, feierlich eingeweiht. Rudolf Evers, Henryk König und das Kuratorium Bürgerdenkmal haben dafür gekämpft und Geld gesammelt. Finanziert wurde das Denkmal ausschließlich durch Spenden und durch "Bürgersteine". Das sind Pflastersteine, in die die Spender ihre Namen eingravieren lassen konnten. Mit den Steinen wurde dann das Pflaster rund um das Denkmal gestaltet (siehe Fotos rechts).

Nachdem das Denkmal aufgestellt und das Projekt beendet war, hat sich das Kuratorium wieder aufgelöst und die Stele der Stadt übergeben. Die pflegt sie seit dem. Jüngst wurden die Pflastersteine und die Bronzeplatten gereinigt, die Stele hat eine farbabweisende Schutzschicht bekommen und eine neue Innenbeleuchtung.

Die letzten Steine

<6>Und noch einmal neue Pflastersteine mit Gravur. Diese wurden gestern im Beisein der Stifter symbolisch ihrer Bestimmung übergeben. Dazu hatte Rudolf Evers zum Treffen am Denkmal eingeladen.

<7>Für ihre Familie hat Christine Dippe Steine erworben. Sie war mit ihrem Mann Wolfgang und ihrem Sohn Andreas – Tochter Eva-Maria war damals noch zu klein – 1989 mit auf dem Domplatz und hat demonstriert. Daran sollen ihre Steine erinnern, wie sie gestern sagte.

<8>Zwei Steine sind für Ralf Hesse und Horst Dettmar. Die beiden Unternehmer haben nach der Wende in Magdeburg ihre Planungsbüros aufgebaut. Die Bürgersteine haben sie von ihren Mitarbeitern bekommen und sind "stolz darauf", wie Ralf Hesse gestern sagte.

<9>Mehr neue Bürgersteine werde es aber nicht geben, so Ronald Dürre vom zuständigen Kulturbüro der Stadt Magdeburg. Das Denkmal-Projekt sei eigentlich bereits abgeschlossen, die jetzigen Steine seien nur möglich geworden, da es noch finanzielle Restmittel vom Kuratorium gab, die verwendet werden konnten.<10><11><12><13><14><15><16>

   

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