Oita (dpa/ak) | Soll der Mensch in Wettbewerben über die Schönheit von Mitgliedern seiner Gattung entscheiden, bevorzugt er eher jüngere Mitglieder seiner Art. Und Wettbewerbe dieser Art finden zumeist mit weiblichen Beteiligung statt. Auch im aufgeklärten Zeitalter bringt Schönheit und Jugend beim Menschen dem weiblicher Geschlecht einen größeren evolutionären Vorteil.

Männer wie Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (83) oder Medientycoon Rupert Murdoch (82) finden auch als uralte Silberrücken paarungsbereite Weibchen. Ähnlich geht es einer Spezies, die diesen Herren nicht ganz unähnlich sieht. Das Makaken-Affenmännchen bleibt bis ins hohe Alter Alphamännchen, wenn es andere wegbeißt oder bei den wichtigen Weibchen geschickt taktiert. Schönheit spielt überhaupt keine Rolle.

Ausgerechnet Bentsu, ein mit allen Wassern gewaschener alter Makake - in Menschenjahren noch älter als Ecclestone - wurde nun Opfer menschlichen Mutwillens. Bei einem tierischen Schönheitswettbewerb wählten ihn Besucher des japanischen Affen-Wildparks Takasakiyama in Oita zum schönsten unter rund 1000 Affen. Zum schönsten! Bentsu reagierte auf diesen für einen Kerl wie ihn unwürdigen Titel wie Bernie oder Rupert auch reagiert hätten: Er lehnte den Titel ab und ist seit Mitte Dezember verschollen, wie die Zeitung "Yomiuri Shimbun" meldete. Wir wissen nicht, ob die öffentliche Herabwürdigung zum Schönling ihm geschadet hat. Dem Rupert jedenfalls ist seine schöne, junge Frau davongelaufen, nachdem er viel schlechte Presse hatte.