Osaka l Räuber ist schon ein schwieriger Berufsstand. Nicht nur, dass er für seine Arbeit ständig kritisiert wird. Und dass sich keine Gewerkschaft findet, die gegen diese ewigen Gehaltsschwankungen kämpft. Nein, in Japan wird jener Gattung von alternativen Finanz-Verwaltern auch noch die Beschaffung von Arbeitswerkzeug erschwert. Denn dort gibt es ein besonders strenges Waffengesetz. Der Besitz von Knarren ist tabu.

Für Ganoven ist das im Grunde genauso unzumutbar, als würde man einem Radiomoderator die Stimmbänder pfänden. Da aber eine Umschulung vielen japanischen Räubern zu zeitaufwändig ist, lernen sie stattdessen zu improvisieren. Und so suchte in Osaka ein Ganove nun die Wohnung seines Geschäftspartners - in Kritikerkreisen auch "Opfer" genannt - mit einem Waffenersatz auf: ein rohes Ei.

Das drückte er seinem Gegenüber im wahrsten Sinne des Wortes einfach aufs Auge. Danach musste er nur noch die branchenübliche Drohung "Du weißt schon, was ich will" verbal zum Ausdruck bringen. Und zack: Der arbeitslose Bewohner händigte ihm umgerechnet 700 Euro aus. Ohne lästige Verhandlungen.

Wünschenswert wäre, wenn die Ei-aufs-Auge-Methode Schule machen würde - auch bei verwandten Arbeitsfeldern wie Entführungen oder Terroranschlägen. Das verhindert nicht nur böse Verletzungen. Wenn man Glück hat, lässt sich der Waffenersatz nach getaner Arbeit sogar weiterverwerten: zu einem leckeren Rührei.