Politikern wird gelegentlich vorgeworfen, dass sie sich sehr schnell wegducken, wenn es ernst wird. In unserem speziellen Fall aber hat sich diese Eigenschaft als ausgesprochen nützlich erwiesen. Die kleine Geschichte spielt in Las Vegas. Hauptdarstellerin ist die US-Politikerin Hillary Clinton.

Die frühere Außenministerin will gerade zu einer Rede ansetzen, als sie einen orange-schwarzen Schuh auf sich zufliegen sieht. Geistesgegenwärtig zieht die 66-Jährige den Kopf ein - und der Treter saust haarscharf am rechten Ohr vorbei.

Nun hat die Frau von Bill Clinton, Ex-Präsident und Rockzipfeljäger, in ihrem Leben schon weitaus schwierigere Situationen meistern müssen. Auch das dürfte ihre Reaktionsschnelligkeit in jeder Hinsicht geschult haben. Und so ist sie bereits unmittelbar nach der Schuh-Attacke zu Scherzen aufgelegt: "War das eine Fledermaus?"

Gut gelaunt spöttelt Frau Clinton über die von Sicherheitskräften aus dem Saal gedrängte Werferin: "Gut, dass sie früher nicht Softball spielte wie ich." Softball ist eine Variante von Baseball.

Unklar ist, wogegen die Werferin protestieren wollte. Clinton gilt als aussichtsreiche Kandidatin für die demokratische Präsidentschaftskandidatur 2016.

Erfahrungen mit fliegenden Schuhen, Größe 44, hat bereits ein anderer US-Amerikaner gemacht: George W. Bush. 2008 schmiss ein irakischer Journalist seine Latschen auf den damaligen Präsidenten. Auch der ging flink in Deckung. Der von Schuhwerfern arg gedemütigte Secret Service hat aus diesen Vorfällen seine Lehren gezogen. Die neue Doktrin lautet: Zeigt her eure Füße ..."