Zum Studieren ist es nie zu spät: Bewiesen hat dies nun Lis Kirkby, die mit 93 Jahren als bislang älteste Absolventin in Australien gerade einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften erworben hat.

In der Doktorarbeit, die die rüstige Rentnerin bei der University of Sydney einreichte, vergleicht sie die globale Finanzkrise 2008 mit der Großen Depression der 1930er Jahre. Das Besondere: Als einzige der 50 000 Studenten der renommiertesten Hochschule Aus-traliens hat Kirkby die beiden wirtschaftlichen Katastrophen auch selbst erlebt.

Ihre Schlussfolgerung ist allerdings ernüchternd: Sie kommt in der Arbeit zu dem Schluss, die jetzigen Politiker hätten nichts dazugelernt: "Die Sparmaßnahmen werden am härtesten ältere Menschen, Behinderte und Bedürftige treffen. Die Großen kommen dagegen davon."

Unruhe im Ruhestand - für Lis Kirkby eine Lebenseinstellung: "Es kann doch nicht sein, dass man nur Golf spielt, kegeln geht oder mit den Freunden herumsitzt."

Mit 85 Jahren ein Studium anzufangen, war dennoch hart. In der Schule hatte sie noch auf Schiefertafeln geschrieben, an der Universität musste sie mit dem Computer umgehen können.

Die ersten Entwürfe für eine Arbeit, gibt sie allerdings zu, schreibt sie aber immer noch mit der Hand. "Mein Gehirn funktioniert mit Stift und Papier besser."

Nun, da sie den Doktortitel hat, wollen ihre Kinder sie dazu bewegen, eine neue Herausforderung anzunehmen: Ihre Memoiren zu schreiben.