Brüssel I Während sich Dänen und Deutsche und Finnen und Franzosen unbekümmert in der Sommersonne braten ließen, mussten verantwortliche Europäer richtig ran in der Ferienzeit. Denn die EU-Kommission in Brüssel hat jederzeit einsatzbereit zu sein. Weil aber vier Kommissare nach der Europawahl ins EU-Parlament gewechselt sind, klaffte plötzlich eine gehörige Lücke im Bestand.

Zum Glück fanden sich vier beherzte Politiker, die von Juli bis zur Neubesetzung der Kommission im Oktober als Aushilfs-Kommissare ein-sprangen. Martine Reicherts (Luxemburg), Jacek Dominik (Polen), Ferdinando Nelli Feroci (Italien) und Jyrki Katainen (Finnland) waren sich nicht zu schade, der europäischen Sache entschlossen über die Urlaubszeit zu helfen. Bravo für diesen beispielhaften solidarischen Einsatz und vergelt´s Gott...

Moment, da ist noch die klitzekleine Sache mit dem Salär. Das setzt sich wie folgt zusammen: 100000 Euro gibt es pro Frau und Mann an Grundgehalt, Residenzzulage und Aufwandsentschädigung. Damit ein sanfter Ausstieg aus der Titanen-Aufgabe gelingt, legt die EU für vier Monate Amtszeit drei Jahre lang ein Übergangsgeld von 40 Prozent des Grundgehaltes drauf, was noch mal 300000 Euro ergibt. Bleiben noch zwei Monatsgrundgehälter bei Dienstantritt und eins am Ende der Amtszeit (62000 Euro) sowie der Pensionsanspruch (über 43000 Euro). Ergibt summa summarum rund 500000 Euro - für jeden.

Da können die vier Hilfs-Kommissare nun selbst mal richtig Urlaub machen. Verdient haben sie´s! Steffen Honig