Washington I Red Bull verleiht Flügel, so verspricht es das österreichische Brause-Imperium. Das stimmt ganz sicher für Inhaber Dietrich Mateschitz, der mit einem Jahresumsatz von fünf Milliarden Euro sogar bis ins Weltall fliegen kann. Doch wer ist so blöd zu glauben, dass man nach einem tiefen Schluck aus der Bull-Dose von einem Felsen segeln kann?

Keiner. Es sei denn er kommt aus den USA. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten haben Red-Bull-Konsumenten das Werbeversprechen auf den Prüfstand gestellt und überrascht festgestellt: Dem Red-Bull-Trinker wachsen gar keine Flügel. Sie verklagten das Unternehmen - und bekamen Recht.

Red Bull hält zwar an seinem Slogan fest - er sei "humorvoll, wahrheitsgemäß und korrekt". Um jedoch einen langwierigen und teuren Prozess zu vermeiden, ließen sich die "Bullen" auf einen Vergleich ein. Sie bieten jedem Amerikaner, der zwischen Januar 2002 und Oktober 2014 eine Red-Bull-Dose in den USA erworben hat, eine Entschädigung an. Die Konsumenten haben dabei die Wahl zwischen zehn Dollar in bar oder Red-Bull-Produkten im Wert von 15 Dollar. Ob es dazu kommt, soll ein US-Gericht im Mai 2015 entscheiden. Es rechnet mit einem Höchstbetrag von 13 Millionen Dollar (rund zehn Millionen Euro).

Das Urteil eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Nehmen wir die Gummibärchen aus Bonn. "Haribo macht Kinder froh!" Sind die Kleinen nach einer halben Tüte immer noch renitent, könnte man doch mal klagen. In den USA wären danach wenigstens die Erwachsenen froh.