London | Englischer Humor ist Geschmackssache. Auch auf der Insel. Nicht lustig fand die BBC jedenfalls das Benehmen von "Top Gear"-Starmoderator Jeremy Clarkson - eigentlich das humoristische Zugpferd des englischen Fernsehens. Er wurde suspendiert.

Grund soll ein Faustschlag gegen einen BBC-Produzenten sein, weil - hört, hört - das Büfett am Drehset nicht genügend Speisen hatte. Am Sonntag soll nun keine "Top Gear"-Folge im TV kommen, was auf der Insel einen Sturm der Entrüstung auslöst. "Top Gear" gibt es seit 2002 und wird inzwischen in über 100 Ländern gezeigt.

Im deutschen TV läuft die Show auf DMAX und n-tv. Es ist eine durchgeknallte Mischung aus Automagazin, Blödel-Testfahrten und derben Späßen. Der 54-jährige Jeremey Clarkson haut dort als einer von drei Moderatoren regelmäßig über die Stränge. Beispiele? Bitteschön: "Ich verstehe Busspuren einfach nicht. Warum müssen arme Leute schneller ankommen als ich?" Oder: "Der einzige Mensch, der in einem Viersitzer-Cabrio gut aussah, war Adolf Hitler." Ja, ja die Deutschen. Aber nicht nur die kriegen ihr Fett weg.

Inder haben deshalb ein Klo im Auto, weil "jeder, der nach Indien kommt, an Durchfall leidet". Über US-Amerikaner sagte er: "Sie leiden an Ironie-Insuffizienz. Ich glaube wirklich, dass sich in einigen Gegenden der USA die Leute inzwischen mit Gemüse paaren." Und japanische Autos sehen aus wie Menschen mit Geschwüren im Gesicht.

Englischer Humor halt. Wie es mit "Top Gear" und Jeremy weitergeht? Darüber schweigt die BBC.