Wuppertal l Für chinesische Touristen sind in Deutschland nicht nur Heidelberg und Schuhplattler wichtig. Das Programm darf auch gern mit einem Schuss Erinnerung an die deutschen Begründer des Kommunismus gewürzt sein. Davon profitiert Trier, die Heimatstadt von Karl Marx, seit Jahren ganz tüchtig. Die Gäste aus der Volksrepublik interessieren sich dort weniger für die schwarze Porta Nigra als viel mehr für den roten Vordenker und das ihm gewidmete Museum.

Das Äquivalent ist das Engels-Museum in dessen Heimatstadt Wuppertal. Dort fehlt aber noch ein schönes Denkmal. Das wird sich im April ändern: Dann soll eine vier Meter hohe Statue von Friedrich Engels aufgestellt werden.

Es ist ein Geschenk der Volksrepublik China. Der heutige stellvertretende Ministerpräsident des formell noch immer kommunistischen Reiches der Mitte, Ma Kai, hatte der Stadt das Präsent bei einem Besuch 2010 versprochen. Ei, was werden da die Fotoapparate klicken, wenn sich die chinesischen Touristen gegenseitig am Engels-Denkmal ablichten. Und anschließend reichlich Euros in der Stadt lassen.

Kommunismus und Kommerz vertragen sich hier prächtig. Die Chemnitzer lagen also richtig, als sie den "Nischel", den riesigen Marx-Kopf aus Karl-Marx-Städter Zeiten, stehen ließen. Auch Berlin hat mit dem Marx-Engels-Forum samt Monument (Volksmund: Sakko und Jacketti) einen China-Joker. Doch in der Hauptstadt sind wohl selbst für die treuesten Pekinger Marxisten die Mauer-Reste interessanter.