Berlin - Der Start der großen Koalition ist nach Auffassung der Mehrheit der Deutschen misslungen. 46 Prozent der Bürger sind nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag" dieser Meinung.

34 Prozent sehen hingegen keinen Fehlstart von Union und SPD. Weiter glauben 81 Prozent der Befragten, dass die Streitigkeiten auch künftig weitergehen werden. Nur 17 Prozent erwarten Frieden im schwarz-roten Regierungsbündnis.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann mahnte die große Koalition unterdessen zur Geschlossenheit. Die neue Regierung müsse die Lehren aus der schwarz-gelben Koalition ziehen. "Die wurde abgewählt, weil die Menschen die permanente Zankerei nicht mehr wollten", sagte Oppermann dem Magazin "Spiegel". "\'Wildsau\' und \'Gurkentruppe\' ist kein Drehbuch für eine erfolgreiche Regierung", sagte der SPD-Politiker unter Anspielung auf den Zwist beim Start der vorherigen Koalition aus Union und FDP. Damals waren diese Begriffe gefallen.

Oppermann sagte über seine eigene Fraktion: "Ich erwarte Geschlossenheit." Es dürfe auf Seiten der SPD nicht der Eindruck entstehen, "dass wir zugleich Regierungs- und Oppositionspartei sind".