Hannover - Erneut Gegenwind für Ex-Bundespräsident Christian Wulff: Sein früherer Sprecher Olaf Glaeseker hat seiner Darstellung widersprochen, nichts von den Urlauben bei Partymanager Manfred Schmidt gewusst zu haben.

Glaeseker ist wegen dieser Reisen wegen Bestechlichkeit angeklagt. "Ich hätte einen Vermerk darüber schreiben sollen", dass es ein enges, freundschaftliches Verhältnis zu Schmidt gegeben hat, gegenseitige Besuche inklusive, sagte er dem "Spiegel". Diesen Vermerk habe er jedoch nicht angefertigt, "weil ich wusste, dass der Ministerpräsident dies wusste". Von diesem Wissen geht auch Wulffs erste, von ihm seit langem geschiedene Ehefrau aus. Sie hatte dies am Freitag im Korruptionsprozess gegen Glaeseker vor dem Landgericht Hannover ausgesagt.

Glaeseker muss sich wegen des Verdachts der Bestechlichkeit verantworten. Ihm wird vorgeworfen, für den wegen Bestechung mitangeklagten Schmidt Sponsoren akquiriert zu haben und dafür mit Urlaubsreisen belohnt worden zu sein. Ex-Bundespräsident Wulff hat vor Ermittlern bestritten, über Glaesekers Urlaubsaufenthalte bei dessen Freund Schmidt informiert gewesen zu sein.

Dem "Spiegel" sagte Glaeseker, dass sich Wulff für Schmidts Veranstaltungsreihe Nord-Süd-Dialog sogar persönlich um Sponsoren gekümmert habe. Als Mitglied des VW-Aufsichtsratspräsidiums habe er auch dafür gesorgt, dass eine Sitzung von Wolfsburg nach Hannover verlegt wurde, damit möglichst alle Präsidiumsmitglieder an der Prominenten-Party Nord-Süd-Dialog teilnehmen konnten. Glaeseker soll am Donnerstag im Korruptionsverfahren gegen Wulff als Zeuge aussagen. "Ich habe ihm verziehen", sagte der ehemalige Wulff-Vertraute dem "Spiegel".