Berlin - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält das milliardenschwere Rentenpaket der schwarz-roten Bundesregierung für falsch.

"Die Rente mit 63 und die Mütterrente belasten vor allem die jüngeren Generationen. Letztlich aber werden auch heutige Rentner die Auswirkungen spüren. Sie müssen in Zukunft mit geringeren Rentenerhöhungen leben", sagte die OECD-Rentenexpertin Monika Queisser der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Mit Blick auf die geplanten Mehrausgaben für die Mütterrente plädierte Queisser dafür, weitere Möglichkeiten zur Finanzierung der Altersvorsorge zu nutzen. Die OECD empfehle ökologische Steuern und Steuern auf Immobilienbesitz auszubauen. Die Expertin verwies auf Frankreich. Dort gebe es eine "allgemeine Sozialabgabe", die auch auf Kapitaleinkommen und Mieten erhoben werde.

Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland ist die abschlagfreie Rente mit 63 aus Sicht der OECD-Expertin ein "deutlicher Rückschritt." Zeiten der Arbeitslosigkeit sollten bei der Frühverrentung "am besten gar nicht oder nur sehr begrenzt berücksichtigt werden".