Berlin - 55 Prozent der Deutschen können sich im Alter einen Suizid aufgrund von schwerer Krankheit, langer Pflegebedürftigkeit oder Demenz vorstellen.

Das ergab eine Umfrage des Instituts TNS Forschung im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Während sich jüngere Menschen im Alter bis 29 Jahre eher einen Freitod vorstellen können (64 Prozent), liegt die Zahl bei älteren Menschen über 60 deutlich niedriger (48 Prozent). 52 Prozent meinen, Alte und Kranke könnten sich mehr zum Freitod gedrängt fühlen, um anderen nicht zur Last zu fallen, wenn die Politik Sterbehilfe durch Ärzte freigebe.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bekräftigte seinen Ruf nach einem Verbot organisierter Sterbehilfe: "Es darf nicht sein, dass Selbsttötung gleichsam als Behandlungsvariante neben anderen angeboten wird." In ähnlicher Weise äußerten sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU). Begleitet von intensiver Debatte sollen im Bundestag Anträge zu dem Thema erarbeitet und ohne Fraktionszwang abgestimmt werden.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann ließ erkennen, dass er gegen ein generelles Verbot der Sterbehilfe ist. "Gesetzlich können wir nur regeln, was nicht sein darf - nämlich aggressive Werbung und Kommerzialisierung." Bereits heute wird bestraft, wer jemanden auf dessen Wunsch tötet. Beihilfe zum Suizid ist nicht strafbar.