Berlin - Die Bundeswehr steht möglicherweise vor einem neuen Auslandseinsatz. Das Auswärtige Amt bestätigte Überlegungen, wonach sich die Marine in den nächsten Monaten an der geplanten Vernichtung von syrischen Chemiewaffen im Mittelmeer beteiligen könnte.

Die Bundeswehr könnte dabei die Sicherung von amerikanischen Schiffen übernehmen, auf denen die Chemiewaffenbestände zerstört werden. "Wir sind an diesen Prüfungen beteiligt", sagte Ministeriumssprecher Martin Schäfer. Details nannte er nicht. Das Ganze befinde sich noch in einer "sehr frühen Phase".

Bereits jetzt nimmt die Bundeswehr an zwei Einsätzen im Mittelmeer teil. Vor der libanesischen Küste sind zwei deutsche Schnellboote im Auftrag der Vereinten Nationen damit befasst, Waffenschmuggel zu unterbinden. Der deutsche Stützpunkt für die "Unifil"-Mission liegt im zypriotischen Limassol. Insgesamt sind 155 deutsche Soldaten an dem Einsatz beteiligt.

Daneben kann die Bundeswehr sich mit bis zu 500 Soldaten an der Anti-Terror-Mission "Active Endeavour" beteiligen. Die Nato-Operation wurde nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2011 ins Leben gerufen. Der Bundestag hat die deutsche Beteiligung erst vor drei Wochen bis Ende des Jahres verlängert. Der Auftrag ist jetzt allerdings auf die Seeraumüberwachung beschränkt. Bisher zählten auch der Begleitschutz für Handelsschiffe und die Kontrolle von verdächtigen Schiffen dazu. Derzeit nehmen keine deutschen Schiffe an "Active Endeavour" teil.

Die Deutsche Marine ist auch immer wieder mit Schiffen in den stehenden Nato-Verbänden im Mittelmeer vertreten. Ab Ende Februar werden ein Versorgungsschiff und ein Minenjagdboot in einen dieser Verbände aufgenommen.