München/Berlin - CSU-Chef Horst Seehofer hat den bisherigen Staatssekretär im Entwicklungsministerium, Christian Schmidt, zum neuen Bundesagrarminister gekürt. Er schlug den Franken als Nachfolger von Hans-Peter Friedrich (CSU) vor, der im Zuge der Affäre um den SPD-Politiker Sebastian Edathy am Freitag zurückgetreten war.

Bundespräsident Joachim Gauck händigte am Montagnachmittag Schmidt die Ernennungsurkunde aus. Entwicklungs-Staatssekretär wird der CSU-Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn.

Zuvor hatte Gauck dem zurückgetretenen Friedrich die Entlassungsurkunde übergeben. Im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel würdigte der Bundespräsident Friedrich als "überzeugten Demokraten". Ihm gebühre Respekt und Dank. Friedrich soll stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion werden. Er übernimmt damit Silberhorns bisherigen Posten - wenn auch nicht die Zuständigkeit für Inneres.

Seehofer bezeichnete Schmidt als "erste Wahl". "Das ist ein sehr guter Vorschlag, der auch von der Bundeskanzlerin sehr positiv aufgenommen wurde", sagte Seehofer nach der CSU-Präsidiumssitzung in München. Schmidt habe als Staatssekretär Erfahrung in der Führung eines Ministeriums sammeln können, sagte der Parteichef. Er würdigte den neuen Minister als "sehr sachkompetent, persönlich sehr integer, sehr loyal". Schmidt werde seine neue, große Aufgabe "gut lösen".

Seehofer berichtete, er habe bis zum Schluss mehrere Varianten für die Neubesetzung des Agrarministeriums durchgespielt. Zu einer möglichen Versetzung von Entwicklungsminister Gerd Müller ins Agrarressort, die viele in der CSU vorausgesagt hatten, sagte Seehofer: "Der Gerd Müller hat eine so gute Arbeit gemacht, dass man ihn nicht versetzen konnte. Ein Glücksfall, wie ich aus dem Kanzleramt gehört habe."

Müller war acht Jahre lang Staatssekretär im Agrarministerium gewesen. Eine Variante, die Seehofer ebenfalls am Ende verwarf, war eine Beförderung von Forschungsstaatssekretär Stefan Müller.