Magdeburg l Freistoß, Schuss und Toooor. Der Stürmer der Fußball-Bambini dreht jubelnd ab - und die Eltern des gegnerischen Teams flippen aus. Väter pöbeln den Schiri an, Mütter kreischen hysterisch. Und die Mini-Kicker? Die beobachten verlegen-erstaunt die Verbalgrätschen ihrer ausrastenden Eltern.

Nun gibt es ja, dem Fußballgott sei Dank, den mächtigen DFB. Der sorgt sich um die Vorbildfunktion der Erziehungsberechtigten. Und darum will der Deutsche Fußball-Bund tobende Papas und keifende Mamas ins Abseits stellen. Motto der Aktion: "Fair bleiben, liebe Eltern." Wer auf dem Weg zur Selbsterkenntnis mitspielen will, füllt einfach einen DFB-Fragenkatalog aus. "Freust Du Dich, wenn der gegnerischen Mannschaft etwas misslingt?", steht da. Oder: "Lobst Du Dein Kind, wenn es einen gegnerischen Spieler gefoult hat?"

Kleiner Tipp: Wer ein "Ja" ankreuzt, ist stark rotgefährdet. Und kriegt Ratschläge vom DFB, wie er so dumme Eigentore verhindern kann. Sätze aus dem Fußball-Lehrbuch, pädagogisch wertvoll, helfen beim mentalen Training: "Stell Dir vor, Du selbst stündest auf dem Platz. Möchtest Du beschimpft werden?" - "Formuliere positiv." - "Auch die anderen verdienen Anerkennung und Respekt."

In Großbritannien lockt man mit sowas keinen hinterm Tor hervor. Dort, in der "Wiege des Fußballs", ist das Geschrei besonders groß. Und so bietet der Fußballverband für unflätige Eltern Benimmkurse an - auch mit Videoanalysen. Hoffentlich rutscht da nicht mal zufällig das Video von einem Elfmeterschießen zwischen Deutschland und England hinein ...