Berlin - Demonstranten haben in Berlin eine geplante Diskussionsrunde mit dem umstrittenen Bestsellerautor Thilo Sarrazin verhindert. Nach Polizeiangaben versammelten sich um die 100 Menschen vor dem Berliner Ensemble zu Protesten.

Einige gingen auch hinein, um ihren Unmut zu äußern. Das Theater sagte laut Polizei die vom Magazin "Cicero" organisierte Veranstaltung kurzerhand ab. Das Magazin berichtete im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter, Besucher hätten Protestschilder hochgehalten und Sprechchöre skandiert. Sie hätten sich geweigert, den Saal zu verlassen; auch Handgreiflichkeiten habe es gegeben.

Sarrazin wollte sein neues Buch "Der neue Tugendterror. Die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland" vorstellen. Darin kritisiert er ein vermeintliches links-liberales Gutmenschentum, das auf moralisch korrekte Gesinnung anstatt auf Fakten setze und einem "Gleichheitswahn" anhänge. In den vergangenen Jahren war er besonders wegen islamkritischer Thesen und wegen Exkursen zur Vererbung von Intelligenz kritisiert worden.