Berlin (dpa/vs) l Husch, husch mit der Eichel über die Straße und, zack, vor ein Auto: Dieses tödliche Los soll Eichhörnchen in Berlin zumindest an einer vielbefahrenen Straße im Stadtteil Köpenick künftig erspart bleiben. Hier führt seit Freitag Berlins erstes Eichhörnchenseil über die Fahrbahn. Die Luftbrücke sei in den USA vor Jahren eingeführt und der Erfolg wissenschaftlich nachgewiesen worden, sagte Diplombiologin Ursula Bauer von "Aktion Tier" und Initiatorin der neuen Seilschaft neben dem Wasserwerkmuseum.

Alexander Geist, erfahrener Hochseilgartentrainer, hat das Seil quer über den Müggelseedamm gespannt. Das Straßen- und Grünflächenamt stellte eine Hebebühne zur Verfügung. An beiden Enden des Seils werden zum Start laut Bauer Nüsse versteckt, die den kleinen Baumbewohnern den neuen Weg weisen sollen. Eine Videokamera soll künftig dokumentieren, wie gut sie die neue Luftbrücke annehmen.

Mindestens neun Meter Höhe wegen der durchfahrenden Lastwagen waren Voraussetzung, zudem haltbares Material und regelmäßige Überprüfung - und die Genehmigung des Eigentümers, auf dessen Grund die nun verbundenen Bäume stehen. "Das Seil sieht aus wie aus Hanf, ist aber aus Kunststoff und wetterfest", erklärt Bauer.

Ein erstes deutsches Eichhörnchenseil wurde laut Bauer 2013 übrigens im ostwestfälischen Vlotho gespannt - und von den flinken Tieren schnell genutzt.

Und in Berlin hat die Luftbrücke eine gute Tradition - für die Menschen im West-Teil war sie einst überlebensnotwendig.