Münnerstadt (dpa/vs) l Die einen lassen sich mit Farbe bewerfen, die anderen kriechen durch Matsch oder bekommen Stromstöße: Für viele Läufer ist ein Marathon nicht mehr Nervenkitzel genug. Jährlich nehmen in Deutschland Tausende an Extremläufen wie "Tough Mudder" oder "Braveheartbattle" teil. Sind die alle irre?

Es geht immer darum, an seine Grenze zu kommen, sagen Psychologen. Ein Marathon gilt da als vergleichsweise sauberer und eintöniger Lauf. Irgendwann wird das relativ langweilig.

Der Eintönigkeit entkommen Läufer im unterfränkischen Münnerstadt zum Beispiel in einer metertiefen Schlammgrube. Beim "Brave-heartbattle" legen sie zwar "nur" 28 statt der 42 Kilometer beim Marathon zurück. Dafür müssen sie aber 50 fiese Hindernisse überwinden. Neben Schlammgruben sind das zum Beispiel Dornenhecken oder ein steiniger Fluss.

Der Matsch-Lauf "Tough Mudder" spielt bewusst mit Ängsten. Dunkle Tunnel, Schlammkäfige mit wenig Platz zum Atmen und brennende Hindernisse sind nur ein paar Beispiele. Auch mit Stromstößen müssen die Teilnehmer rechnen.

Die Veranstalter setzen aber nicht nur auf Schlamm und Stromstöße: Der Renner ist derzeit der sogenannte "Color Run", bei dem sich Teilnehmer mit Farbe bewerfen und kunterbunt ins Ziel kommen. Weniger schmutzig geht es beim "Gourmetlauf" in Fürth zu: Dabei besteht die Schwierigkeit für Läufer eher darin, trotz vollem Magen anzukommen - sie werden auf der Strecke nämlich mit Leckereien verköstigt.