Berlin - Die Termine der Sommerferien in den 16 Bundesländern sollen weiter entzerrt werden. Das wollen die Ministerpräsidenten am Donnerstag in Berlin beschließen.

Für die verschiedenen Ferientermine soll insgesamt wieder ein "Zeitraum von 90 Tagen weitmöglichst ausgeschöpft" werden, heißt es in einer Beschlussvorlage, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Für einige Länder würde dies einen wesentlich früheren Ferienstart bedeuten. Bisher gilt für die Zeitgestaltung ein Fenster zwischen dem 20. Juni und dem 15. September. Zunächst hatte die "Rheinische Post" (Mittwoch) über den Plan berichtet.

Nach dem Willen der Länder-Regierungschefs sollen die Kultus- und Wirtschaftsminister einen Kompromiss suchen. Er soll Staus auf den Straßen vermeiden, der Tourismusbranche entgegenkommen und zugleich auch pädagogischen Gesichtspunkten Rechnung tragen. Eine direkte Weisung der Ministerpräsidenten, das 90-Tage-Intervall generell umzusetzen, solle es aber nicht geben, wurde am Mittwoch betont. Die Länder wollen in der Regel bei sechs Wochen Sommerferien bleiben.

Die Kultusminister wollen dieses Jahr über die Ferienplanung für die Jahre 2018 bis 2024 entscheiden. Ein Entwurf war bei den Wirtschaftsministern auf Widerstand gestoßen, weil darin ein durchschnittlicher Zeitkorridor von nur 79,5 Tagen vorgesehen war. Die aktuelle Regelung gilt seit 2011 noch bis 2017. Sie sieht im Schnitt einen Zeitkorridor von 83 Tagen vor.

Aus Sicht der Kultusminister würde ein früher Ferienstart bereits Anfang Juni die Unterrichtszeit von den Weihnachtsferien bis zum Sommer zu sehr verkürzen und den Prüfungsstress verschärfen. Insbesondere dann, wenn Ostern und Pfingsten erst spät im Frühjahr liegen. So wie in diesem Jahr. Die Sommerferien beginnen daher diesmal erst am 7. Juli mit Nordrhein-Westfalen und enden am 15. September mit Bayern.

Grundsätzlich planen die Länder ihre Ferien nach einem "rollierenden System". Mal starten die einen früh in die Ferien, mal die anderen. Ziel ist, dass möglichst alle Schüler und Eltern gelegentlich von den besonders warmen Hochsommertagen profitieren. Baden-Württemberg und Bayern machen bei diesem "rollierenden System" allerdings nicht mit. Sie pochen traditionell auf einen späten Ferientermin von Anfang August bis Mitte September.

Um die Ferienordnung gibt es seit Jahren zwischen den Schul- und Wirtschaftsministern Streit. 1999 waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vorübergehend aus dem System ausgestiegen - mit dem Argument, dass man von der warmen Jahreszeit auch etwas abbekommen wollte. Die Tourismusbranche befürchtet indes durch jeden nicht ausgeschöpften Ferientag in der Sommerzeit einen Umsatzverlust von bis zu 120 Millionen Euro.

Länder wollen Sommerferien-Termine entzerren

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