München - Der mutmaßliche Bombenleger vom Bonner Hauptbahnhof hatte nach "Focus"-Informationen bereits seit 2010 einen terroristischen Anschlag geplant. Das geht aus der Anklage der Bundesanwaltschaft hervor, die das Magazin einsehen konnte.

Bereits am Silvestertag 2010 habe der radikal-islamische Salafist in einer Mail angekündigt, die "Ungläubigen" würden bald "Blut weinen". Den Sprengstoffanschlag soll der 26-jährige Konvertit dann seit September 2011 ausgetüftelt haben.

Die Sprengstoffvorrichtung soll explosionsfähig gewesen sein, berichtete der "Focus" unter Berufung auf die Anklage. Nur wegen eines "Konstruktionsfehlers" oder der "fragilen Zündvorrichtung" zündete der Sprengkörper nicht. Die in einer Sporttasche versteckte Rohrbombe mit einem Gemisch aus Ammoniumnitrat und Nitromethan hätte am 10. Dezember 2012 in der Mittagszeit auf dem belebten Bahnsteig eins explodieren sollen.

Der Bonner Salafist soll laut Bundesanwaltschaft auch den Impuls für das Mordkomplott gegen die Spitze der islamfeindlichen Partei "Pro NRW" gegeben haben. Den von Generalbundesanwalt Harald Runge wegen Terrorverdachts angeklagten vier Islamisten aus Nordrhein-Westfalen drohen lange Haftstrafen. Dem 26-jährigen werden versuchter Mord und versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.