Melbourne | Früher machten sie noch ordentlich Lärm, die Formel-1-Boliden. Doch in dieser Saison wird es stiller im Rennzirkus. Denn: Die neuen Turbomotoren sind vor allem eines - leise. Der dröhnende Sound bleibt auf der Strecke.

Und jetzt gibt es richtig Krach um die Lautstärke. Die Kritik an den Flüster-Autos will nicht verstummen. Der Chef des Australien-Rennens, Ron Walker, hat schon lange nicht mehr die Ruhe weg. Er spricht jetzt sogar von Vertragsbruch. "Menschen mögen den Krach der Rennautos", sagt er. Und jetzt? Kein Lärm, weniger Zuschauer, schlechtes Geschäft, miese Stimmung - so sehen es nicht wenige im Rennsport.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist alarmiert. Er, der noch nie ein Leisetreter war, hat sich nun in den Zoff um Mangel an Motorenlärm eingeschaltet. Ecclestone hat von Anfang an lautstark gegen gedämpfte Wohnzimmer-Lautstärke in der Formel 1 gewettert. Er gibt jetzt Vollgas. Sein Ziel: Rennautos sollen wieder wie Rennautos klingen. Können die Flüsterautos also doch noch ausgebremst werden?

Auch Experten wie Niki Lauda bedauern, dass die schnellen Wagen immer geräuschloser über die Pisten sausen: "Früher war es schriller, es ist einem mehr in Mark und Bein gefahren." Die Formel 1 habe schon etwas an Reiz verloren.

Apropos Reize: Gibt es schon Geheimpläne, dass demnächst die Kurvenstars in der Formel 1, die Boxenluder, verboten werden? Steht die obligatorische Champagner-Dusche bei der Siegerehrung auf der Kippe?

Bei so viel Fragen dürfte bei Ecclestone vor allem eines dröhnen - der Kopf.