Wiesbaden/Berlin - Die US-Armee in Europa (USAREUR) hat Deutschland den Posten des Stabschefs in ihrem Hauptquartier in Wiesbaden-Erbenheim angeboten.

Damit solle vermutlich "ein Zeichen gegen die Vorwürfe der Geheimniskrämerei und Intransparenz im Zuge der NSA-Affäre" gesetzt werden, berichtete der "Wiesbadener Kurier" (Samstag). Generalleutnant Donald M. Campbell, der Kommandierende General der US-Army in Europa, bestätigte dem Blatt, dass ein Bundeswehr-General als Chef des Stabes in Wiesbaden die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit stärken solle - grundsätzlich und besonders im Hinblick auf den Isaf-Einsatz in Afghanistan.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin bestätigte am Samstag, dass die US-Armee Deutschland einen Dienstposten angeboten habe. Noch habe Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) aber keine Entscheidung getroffen. Zunächst müsssten organisatorische Fragen geklärt werden.

Laut "Wiesbadener Kurier" wäre ein solcher Posten für einen deutschen General nach Einschätzung von Militärs und Verteidigungspolitikern ein Novum in der Geschichte der US-Streitkräfte. Brigadegeneral Eckart Klink, der Kommandeur des hessischen Landeskommandos, wertete Campbells Pläne in der Zeitung als "unglaubliches Zeichen der Öffnung" der US-Streitkräfte. Dieses Signal könne nach der NSA-Affäre kaum hoch genug wertgeschätzt werden.