Berlin - Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) will die Zahl der Hauptschulabsolventen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) steigern.

"Junge Menschen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss sind in den Freiwilligendiensten deutlich unterrepräsentiert", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters am Dienstag in Berlin zum fünfzigjährigen Bestehen des FSJ. Gerade diese Jugendlichen würden aber von dem Angebot profitieren.

Nicht einmal 8 Prozent der 11 500 FSJ-Teilnehmer im DRK haben einen Hauptschulabschluss. Gut 60 Prozent sind Abiturienten oder haben die Fachhochschulreife. Bundesweit gibt es fast 50 000 FSJ-Stellen. Angesichts dieser Zahlen forderte Seiters das Bundesfamilienministerium auf, den Zugang zum FSJ zu vereinfachen.

Bislang werden laut DRK nur diejenigen Teilnehmer vom Bund gefördert, die bestimmten Kriterien entsprechen. Sie dürfen etwa keine Drogenprobleme haben. Um die Förderung vom Bund zu erhalten, müssten soziale Einrichtungen deshalb Bewerber nach etwaigen Drogenproblemen fragen, erklärte Seiters. "Das will aber niemand, weil es in höchstem Maße diskriminierend ist." Ein fehlender oder niedriger Schulabschluss sollte als Kriterium ausreichen.

Die Fördermittel betragen laut DRK etwa 75 Millionen Euro jährlich. Seiters forderte zusätzliches Geld, um FSJ-Teilnehmer mit besonderem Bedarf - also etwa Hauptschüler - besser begleiten zu können. Er bezeichnete das FSJ insgesamt als Erfolg. Auf jede Stelle kämen beim DRK zwei Bewerbungen.

Das FSJ startete 1964. Junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren arbeiten in der Regel zwölf Monate lang in sozialen oder kulturellen Einrichtungen. Sie pflegen alte Menschen, betreuen Jugendliche oder fahren Krankenwagen.