Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) prüft derzeit, ob ein mutmaßlicher Islamist für den gescheiterten Bau einer Bombe zu Recht verurteilt wurde.

Das Gericht verhandelte am Donnerstag über die Revision des Studenten, der vom Landgericht Frankfurt zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Ihr Urteil wollen die Richter am 8. Mai verkünden.

Der Deutsche afghanischer Herkunft hatte sich im Internet Propagandamaterial zum Dschihad und eine Anleitung zum Bombenbau heruntergeladen. Er besorgte sich die Zutaten und begann zu Hause mit der Herstellung. Die Mischung explodierte jedoch im Küchenmixer, zu einem Anschlag kam es nie. Das Landgericht verurteilte den heute 27-jährigen 2013 wegen "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat".

Ihr Mandant habe keinen konkreten Tatplan gehabt, sagte einer der drei Anwälte. Das Landgericht hatte es jedoch als erwiesen angesehen, dass der Mann aus Hass auf den Westen ein Attentat vorbereitete. Dabei habe er "eine in groben Zügen vorhandene Vorstellung" von der Tat gehabt.