Berlin l Frauen sind für Männer Schlüsselfiguren in Sachen Gesundheit. Das hat Elisabeth Pott gesagt. Und es ist gewiss kein Zufall, dass SIE die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist, Anlass war ein Männergesundheitskongress in Berlin. Und einmal mehr wurde dort klar, dass die evolutionär angelegte Unvernunft des Mannes nicht nur anderen, sondern auch ihm selbst Unbill bereiten kann.

Laut Studien essen Männer nämlich mehr Fleisch und weniger ballaststoffreiche Kost als Frauen. Und nur jeder dritte Mann isst täglich Gemüse. Die archaische Gewohnheit, sich möglichst viel Eiweiß und Kalorien reinzuziehen, um in unübersichtlichen Situationen einfach mal kräftig dazwischenlangen zu können, ist heute überflüssig und ungesund, aber beides ist nach wie vor sehr verbreitet beim Mann. Daran wird - so ist zu befürchten - auch die aktuelle Volksstimme-Serie "Nimm´s leicht" nichts ändern. Denn, so Frau Pott, Frauen informieren sich insgesamt mehr über gesundheitliche Angebote und sorgten sich auch stärker über ihre Gesundheit und die ihrer Lieben.

Deshalb könnten vor allem sie dazu beitragen, dass Männer einen gesünderen Lebensstil pflegen. Die Direktorin rät den Frauen aber zu Vorsicht im Umgang mit ihren unvernünftigen Raufbolden. Vom Steakverbot solle man absehen. Fingerzeige funktionierten nicht gut, erklärte die Direktorin: "Eine positive Ansprache ist für Männer sehr viel einfacher anzunehmen." Und dieser Rat gilt vermutlich bei allen Zivilisierungsprozessen, die Frauen bei ihren Männern in Gang setzen.