Berlin (dpa) l Beinahe hätte die CDU ihren Europa-Parteitag unterbrechen müssen. Nicht etwa, weil sich die Delegierten über irgendeine Frage zum Wahlkampf für die Europawahl am 25. Mai in die Haare bekommen hätten - die größte Überraschung war noch das Ja der Parteitagsmehrheit für die Abschaffung der Sommerzeit in Europa. Nein, auf dem Gelände der Berliner Messe war Chlorgas ausgetreten und die Räume der Antragskommission wurden gesperrt. Da war der Kongress jedoch gerade vorbei. Nach nur fünf Stunden.

"Kurz, aber sehr erfolgreich", so Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel. Das Programm rauschte nach dem Willen der Antragskommission durch. Die Wahlergebnisse für Generalsekretär Peter Tauber, Schatzmeister Philipp Murmann und Spitzenkandidat David McAllister ins Präsidium näherten sich der 100-Prozent-Marke.

Der Slogan der CDU für die Europawahl ist allerdings nicht sehr einfallsreich: "Gemeinsam erfolgreich in Europa." Das Motto im Bundestagswahlkampf lautete: "Gemeinsam erfolgreich für Deutschland." Und Merkel wurde damals plakatiert mit dem Spruch: "Gemeinsam erfolgreich. CDU." Diese kam dann auf 41,5 Prozent und wurde mit Abstand stärkste Kraft. Das will die Partei nun am 25. Mai wiederholen. Dabei kocht sie nach genau einem Rezept: Merkel.

Kürzer als erwartet

Die Kanzlerin hielt auf dem Parteitag eine Rede mit vielen bekannten Versatzstücken. Sie mahnte wieder, dass Europa nur noch sieben Prozent der Weltbevölkerung ausmache und zusammenstehen müsse, um wirtschaftlich und politisch von Bedeutung zu bleiben. Sie wiederholte abermals, dass Europa aus der Finanz- und Schuldenkrise stärker herauskommen solle, als es hineingeraten sei. Und sie beschwor die Errungenschaften der deutschen Einheit.

Auch ihre Aufforderung, den Menschen Europa in einer einfachen Sprache zu erklären, war nicht neu, deswegen allerdings nicht überholt: "Europa muss bürgernäher werden. Wenn man es nicht mehr schafft, die Regeln der europäischen Kooperation auf Marktplätzen zu erklären, darf man sich nicht wundern, dass die Menschen skeptisch werden." Merkel sprach kürzer als geplant, dafür war der Applaus länger als erwartet.

Die rund 800 Delegierten standen auf, klatschten und johlten.

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