München - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schließt eine Rückkehr zur Wehrpflicht weiterhin aus. "Nein, wir werden die Wehrpflicht nicht wieder einsetzen", sagte sie dem Magazin "Focus". "Mir sind motivierte Soldaten, die freiwillig kommen, viel lieber als Soldaten, die nur kamen, weil sie mussten."

Von der Leyen wies Befürchtungen zurück, die Bundeswehr verliere auch wegen der zunehmenden militärischen Konflikte an Attraktivität. Zwar befinden sich die Streitkräfte derzeit weltweit in 14 Einsätzen, doch "die Zahl der freiwilligen Bewerbungen ist hoch", betonte die Ministerin.

Von der Leyen zeigte sich offen für die Anschaffung bewaffneter Drohnen. "Ich will für bestmöglichen Schutz sorgen. Wir dürfen nicht dazu tendieren, die Anforderungen und auch die Gefahren zu verharmlosen, denen unsere Soldatinnen und Soldaten im Einsatz ausgesetzt sind." Die Frage, ob die Bundeswehr neben Aufklärungsdrohnen auch über bewaffnete Drohnen verfügen sollte, werde im Sommer mit dem Parlament diskutiert.

Einen massenhaften Einsatz von Drohnen als Tötungsinstrument lehnt die Verteidigungsministerin jedoch ab. "Das Vorgehen der USA hat viel Schaden angerichtet und berechtigte Kritik ausgelöst", sagte von der Leyen. "All dies ist aber von den Einsätzen der Bundeswehr klar zu trennen." Die Ministerin bestätigte Berichte, wonach ein Großteil der US-Drohneneinsätze vom US-Luftwaffenstandort im deutschen Ramstein aus gesteuert werden. "Die Bundesregierung ist mit den Amerikanern auch darüber im Gespräch."