Berlin - Die politische Krise in der Ukraine weckt Ängste vor einem neuen militärischen Konflikt. Frieden wünschen sich viele - aber an den traditionellen Ostermärschen nehmen nur wenige teil.

Als Zeichen gegen Krieg, Atomwaffen und Kernenergie haben Friedensaktivisten in Nordrhein-Westfalen ihren Ostermarsch aufs Rad verlegt. Für die zweite Etappe des traditionellen Ostermarsches durch das Ruhrgebiet stiegen am Sonntag rund 150 Teilnehmer auf Fahrräder um.

Zum Auftakt der rollenden Demonstration protestierten die Atomkraft- und Kriegsgegner vor der Konzernzentrale des Energieversorgers RWE gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau, an der das Unternehmen Anteile hält.

Auch gegen die Abschottung der europäischen Grenzen wollten die Demonstranten rund fünf Wochen vor der Europawahl ein Zeichen setzen. "Flüchtlinge dürfen nicht mit Gewalt von den Grenzen abgewiesen werden", verlangte Joachim Schramm, Sprecher des Organisationskreises Ostermarsch Rhein Ruhr, am Sonntag.

In Frankfurt (Oder) beteiligten sich bis zu 100 Menschen an einem Ostermarsch. Aufgerufen hatten mehrere Gruppierungen unter dem Motto "Nato- und EU-Kriege stoppen". In Nauen bei Berlin war am Abend ein Ostermarsch geplant.

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, rief angesichts der Lage in der Ukraine, Syrien und Afrika zur Teilnahme an Ostermärschen auf: "Lasst uns für Frieden beten und in den Ostermärschen dafür auf die Straße gehen", erklärte Junkermann am Sonntag in ihrer Osterpredigt in Magdeburg.

Die Ostermärsche für Frieden und Abrüstung finden in diesem Jahr nur mäßigen Zulauf. Am Samstag waren in mehreren Städten einige tausend Menschen auf die Straße gegangen. In den 1980er Jahren hatte das atomare Wettrüsten zwischen Ost und West bis zu eine Million Menschen zu den Ostermärschen gelockt.