Kiel (dpa) | "Wir favorisieren das schwedische Modell, nach dem im Alter zwischen 60 und 70 Jahren Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitgeber frei miteinander vereinbaren können, wann sie aufhören oder in welcher Form sie in Teilzeit übergehen", sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki der Nachrichtenagentur dpa.

"Auch wir meinen, dass Menschen, die 45 Jahre hart gearbeitet haben, in Rente gehen dürfen und können", sagte Kubicki. "Wir sind anders als Sozial- und auch Christdemokraten aber der Auffassung, dass die Menschen darüber in einer freiheitlichen Welt selbst entscheiden können." Dies sei auch zwingend notwendig. "Denn wir beklagen zwar den Fachkräftemangel und dass uns angesichts der demografischen Entwicklung immer weniger Menschen zur Verfügung stehen. Aber gleichzeitig erwecken wir den Eindruck, es sei für das Lebensglück des Einzelnen wichtig, dass er so früh wie möglich in Rente geht und Sozialleistungen bezieht."

Seine Partei sei nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag vor sieben Monaten noch auf dem Weg aus der Reha ins normale Leben, sagte Kubicki. Beim Bundesparteitag Anfang Mai werde es den ersten, für die Öffentlichkeit sichtbaren Aufschlag einer neuen FDP geben. "Wir sehen auch langsam, aber sicher, dass wir wieder an Substanz zunehmen." Für die Europawahl am 25. Mai gab sich Kubicki zuversichtlich: "Ich bin mir sicher, dass wir mit fünf Prozent plus abschließen werden."