Berlin (dpa) | Nach dem gescheiterten Vorstoß von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) für eine 32-Stunden-Woche für junge Eltern wird aus der Union ein 35-Stunden-Modell ins Gespräch gebracht. "Es ist Zeit, dass Eltern die Möglichkeit für eine 35-Stunden-Woche erhalten", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Familienausschusses, Paul Lehrieder (CSU), der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Damit schaffen wir Flexibilität, die berufstätige Mütter und Väter mit kleinen Kindern dringend brauchen."

Es sollte grundsätzlich geklärt werden, wer die Kosten der Arbeitsreduzierung trägt. "Ohne Lohnausgleich ist eine solche Reduzierung ohnehin schon in 80 Prozent der Unternehmen möglich", sagte Lehrieder.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Januar Familienministerin Schwesig mit ihrem Vorstoß abblitzen lassen. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach damals von einem "persönlichen Debattenbeitrag" der Ministerin für eine 32-Stunden-Woche.

Auf den 35-Stunden-Vorschlag des CSU-Familienpolitikers reagierte die Wirtschaft ablehnend. "Wir brauchen keine starren staatlichen Vorgaben zur Arbeitszeit. Wenn Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren wollen, können sie das schon heute tun", zitierte die "Bild"-Zeitung (Samstag) die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger: "Da muss sich die Politik nicht einmischen. In der Union sollte man wissen, dass vor dem Verteilen das Erwirtschaften kommt."