Dresden - Knapp 25 Jahre nach der Friedlichen Revolution in der DDR sehen die Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen immer noch Lücken in der Aufarbeitung.

Als Beispiele nannte der sächsische Beauftragte Lutz Rathenow die Einweisungen von Frauen in medizinische Zwangseinrichtungen oder den Umgang mit den Sorben. "Es gibt immer noch weiße Flecken", sagte Rathenow am Sonntag zum Abschluss des 18. Bundeskongresses der Stasi-Beauftragten in Dresden. Diese hatten am Wochenende mit der Bundesstiftung Aufarbeitung getagt, um knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall eine Bilanz zu ziehen. Rund 200 Menschen waren dafür nach Dresden gekommen.

Die Aufarbeitung der DDR-Geschichte müsse künftig nicht nur in einen gesamtdeutschen, sondern in einen europäischen Kontext eingebettet werden, sagte Rathenow - und verwies auf die Lage in der Ukraine. Dort sei aktuell zu erleben, wie Russland seinen Machtanspruch mit großem Selbstbewusstsein ausbaue.

In Podiumsdiskussionen stand unter anderem die Anerkennung von kommunistischem Unrecht und die Rehabilitierung der Opfer auf dem Programm. Als Aufgabe nannten die Landesbeauftragten auch, DDR-Geschichte für die Jugend "erlebbar" zu machen. Es gebe immer mehr junge Menschen, die keinen direkten Bezug zu dieser Epoche hätten. Diskutiert wurde auf dem Kongress zudem über die Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde und eine mögliche Schließung von Außenstellen. "Wir wollen vor allem die Akteneinsicht beschleunigen, die Akten offen halten. Alles muss unter diesem Ziel stehen", sagte Rathenow.