Es geht um den Salat, den es in der Kantine des EU-Parlaments zu Mittag gibt. Ein großer Teller, den man eigenhändig mit Grünzeug vollgeschaufelt hat, soll künftig gewogen werden und dann bis zu sechs Euro kosten. Bisher bezahlte der Mitarbeiter pauschal rund zwei Euro. Dieses Schnäppchen wollen sich die gut bezahlten Beamten nicht nehmen lassen. Sie maulen.

Finanziert doch die EU-Kommission in ihrem Programm für öffentliche Gesundheit eine Reihe von Initiativen, die sich mit gesunder Ernährung befassen. Etwas Gesundes für alle. So ist`s recht. Wenn aber arme Studenten in mancher Mensa für einen vergleichbaren großen bunten Salat mehr als zwei Euro bezahlen, erklärt das endlich mal, was ein Chefsalat ist.

Nun könnte man dem Gesundheitsfanatismus der 6000 Parlamentsmitarbeiter in Brüssel und Straßburg etwas bremsen, indem man kleinere Teller anschaffte. Aber das würde Geld kosten. Besser wäre, man bediente sich des bewährten Prinzips der Umverteilung.

Gerade haben die EU-Staaten ihr Schulobstprogramm für das Jahr 2014/2015 von bisher jährlich 90 Millionen auf 150 Millionen Euro aufgestockt. Da könnte man doch etwas abzweigen? Die Kinder gäben gewiss gern.

Und wenn sich der Eurokrat dann dank solcher Subvention mit einer Waschschüssel voller Salat zum Mittagstisch schleppt, flüstert er möglicherweise die letzte Strophe aus einem Lied von Reinhard Mey: "Das war die Schlacht am kalten Büffet / Und von dem vereinnahmten Geld / Geh`n zehn Prozent, welch` noble Idee, / Als Spende an "Brot für die Welt"...