Washington (dpa/AFP/vs) | Ukraine-Krise, Snowden und schlechte Umfragewerte daheim: Es sind schwere Zeiten für US-Präsident Obama. Den Humor hat er trotzdem nicht verloren. Im Gegenteil. Beim traditionellen Galadinner der Washington-Korrespondenten am Sonnabend brillierte er als Komödiant.

"2008 war mein Slogan \'Yes We Can\', 2013 war mein Slogan Control+Alt+Delete", scherzte Obama mit Blick auf die holprige Umsetzung seiner Gesundheitsreform. Die Tastenkombinaton stand am Computer früher für "Neustart".

Zeitweise seien die Dinge so schlecht gelaufen, dass sich die 47 Prozent, die ihn 2012 wiedergewählt hätten, bei seinem Gegenkandidaten Mitt Romney entschuldigt hätten.

Obamas Verbalschlag gegen Abstammungsdebatte

"Ich bin gerade aus Malaysia zurückgekommen", sagte Obama in Richtung Medien. "Es ist unglaublich, wie weit man reisen muss, damit CNN endlich über dich berichtet", erklärte er angesichts der für nichts anderes Platz lassenden Berichterstattung des Senders über das verschollene Flugzeug.

Aber der Präsident notierte auch Lichtblicke. So habe beim Boston-Marathon erstmals seit 30 Jahren ein Amerikaner gewonnen, und das sei auch nur fair - denn schließlich sei seit sechs Jahren ein Kenianer Präsident der USA. Obama mokierte sich damit über nicht verstummende Attacken aus rechter Ecke, die sich um seine Abstammung ranken.

Der erzkonservative Sender Fox News werde ein Problem haben, wenn er 2017 aus dem Amt scheide. Falls Hillary Clinton ihm folgt, werde es schwer fallen, "die Leute davon zu überzeugen, dass Hillary in Kenia geboren wurde".