Berlin - Die Bundeswehr soll ein weiteres Jahr im Kosovo, Libanon und im westafrikanischen Mali bleiben. Das Kabinett beschloss die Verlängerung der drei Einsätze, der Bundestag muss aber noch zustimmen.

Die seit 15 Jahren andauernde Mission im Kosovo ist der längste laufende Einsatz der Bundeswehr und mit rund 700 Soldaten der zweitgrößte nach Afghanistan. Kurz nach dem Kabinettsbeschluss brach Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu einem Truppenbesuch in dem Balkan-Land auf.

Insgesamt ist die Bundeswehr derzeit mit rund 4700 Soldaten in 15 Ländern im Einsatz. Vor der libanesischen Küste beteiligen sich nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Christiane Wirtz derzeit rund 150 deutsche Soldaten an der Unterbindung des Schmuggels von Waffen für die radikalislamische Hisbollah.

In Mali soll der Lufttransport von Truppen und Material fortgesetzt werden, für den die Bundeswehr Transall-Maschinen und rund 80 Soldaten bereitstellt. Eine Ausbildungsmission in dem westafrikanischen Wüstenstaat mit mehr als 150 Soldaten ist bereits verlängert worden. Islamistische Rebellen hatten 2012 vorübergehend den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht und waren erst nach einer Intervention französischer und afrikanischer Truppen zurückgedrängt worden.

Im Kosovo ist Deutschland der größte Truppensteller. Insgesamt sind 32 Länder an dem Nato-Einsatz beteiligt, der nach dem Kosovo-Krieg 1999 begann. Die Truppe soll den Frieden in dem Land sichern, dass 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt hatte. In den vergangenen zwei Jahren kam es im Grenzgebiet zu Serbien immer wieder zu Spannungen und Unruhen.

Von der Leyen will bei ihrem zweitägigen Truppenbesuch mit deutschen Soldaten in den Feldlagern in Prizren und Novo Selo sprechen und das Nato-Hauptquartier in der Hauptstadt Pristina besuchen. Die Zahl der im Kosovo stationierten Soldaten hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Wann der Einsatz beendet werden kann, ist aber noch unklar.