Frankfurt | Was aber, wenn Jesus etwas ersinnt und es jemand anderem diktiert? Klingt komisch, ist aber so. Das behauptete zumindest eine amerikanische Psychiatrie-Professorin in den 70er Jahren über eine Passage in ihrem Buch.

Die Frau gab an, der Text sei ihr in Wachträumen von Jesus eingegeben und von ihr aufgezeichnet worden. Dann liegt das Urheberrecht doch eigentlich bei Jesus, findet ein deutscher Verein, der kürzlich Teile davon ungefragt übernahm. Aber nix da, hat ein (weltliches) Gericht in Frankfurt geurteilt. Oder in Juristensprache ausgedrückt: "Jenseitige Inspirationen sind nach allgemein vertretener Auffassung rechtlich uneingeschränkt ihrem menschlichen Empfänger zuzurechnen."

Blöd gelaufen. Nicht nur für den Verein, der des Urheberrechtsverstoßes überführt wurde. Wäre er damit durchgekommen, hätte das auch neue Perspektiven für Theodor zu Google-, äh Guttenberg eröffnet. Dann hätte er behaupten können, er habe in seiner Doktorarbeit nicht abgeschrieben, sondern Jesus hätte ihm nur zufällig dasselbe diktiert, was andere schon mal geschrieben haben.