Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Position bekräftigt, dass die Energiekonzerne die alleinige Verantwortung für die Abwicklung der Atomenergie in Deutschland tragen.

"Die Unternehmen haben für die Folgekosten Rückstellungen für ihre Bilanzen gebildet. Nach diesem Grundsatz sieht die Bundesregierung die Verantwortung und die Risiken bei den Unternehmen", sagte Merkel den "Kieler Nachrichten". Es werde noch viele Gespräche über das Wie des atomaren Rückbaus und der Entsorgung geben. "Aber einen Fonds zu dem Zweck, das Risiko einseitig weg vom Unternehmen hin zum Staat, also zum Bürger zu verlagern, wird es nicht geben."

Hintergrund von Merkels Klarstellung sind angebliche Erwägungen der drei großen Energiekonzerne EnBW, Eon und RWE, ihr gesamtes deutsches Atomgeschäft an den Bund zu übertragen. Dem Plan zufolge sollen die Kernkraftwerke in eine öffentlich-rechtliche Stiftung eingebracht werden, die die Meiler dann bis zum endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie im Jahr 2022 betreibt.