Berlin - Im bislang eher gemächlichen Wahlkampf für die Europawahl am Sonntag ist ein Auftritt von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Hit auf YouTube geworden. Das Video zeigt, wie sich der SPD-Politiker auf dem Berliner Alexanderplatz wütend gegen "Kriegstreiber"-Rufe wegen seiner Ukraine-Politik zu Wehr setzt.

Seit Montagabend wurde es im Internet mehr als 460 000 Mal angeklickt. Über verschiedene Nachrichtenseiten sowie die sozialen Netzwerke wurde das Video auch vielfach weitergeleitet. Das Auswärtige Amt verzichtete jedoch auf jeden Hinweis.

In dem Video ist zu sehen, wie Steinmeier einer Gruppe von Demonstranten, die auf dem Berliner Alexanderplatz seine Rede stören wollen, entgegenbrüllt: "Ihr solltet Euch überlegen, wer hier die Kriegstreiber sind! Wer eine ganze Gesellschaft als Faschisten bezeichnet, der treibt den Krieg, der treibt den Konflikt! Ihr habt kein Recht!" Der SPD-Politiker versucht seit Monaten, im Ukraine-Konflikt zu vermitteln.

Steinmeier fügt hinzu: "Der Sozialdemokratie muss man nicht sagen, warum wir für Frieden kämpfen! Nicht der deutschen Sozialdemokratie!" Mit hochrotem Kopf fährt er fort: "Weil wir den Frieden wollen, dürfen wir es euch nicht so einfach machen: Die Welt besteht nicht nur auf der einen Seite aus Friedensengeln und auf der anderen Seite aus Bösewichten! Die Welt ist leider komplizierter!"