Ist das Vaterlandstreue? Der ehemalige Vorsitzende der rechtsextremen NPD kehrt seinem Land einfach den Rücken. Was soll das denn, werden sich jetzt sicherlich einige heimattreue Parteifreunde fragen? Warum wandert der Apfel einfach aus?

Der frühere Parteichef hat eine Zweitkarriere eingeschlagen. Mit seiner Frau betreibt er seit einer Woche ein Restaurant in Palma. Ein Foto der "Mallorca Zeitung" zeigt ihn gestern lächelnd, im gelben T-Shirt. Wie die Sonne. Die scheint auf Mallorca häufiger als in Deutschland. Das gefällt Holger Apfel.

Was Holger nicht mehr so gefällt, sind Bemerkungen zur NPD, der Partei, die ihn im Winter des vergangenen Jahres vor die Tür setzte. Doch seine Parolen bleiben im Gedächtnis. Apfel nannte ausländische Mitbürger einmal "arrogante Wohlstandsneger".

Ob er darüber nachgedacht hat, dass er jetzt derjenige ist, der Einheimischen die Arbeit wegnimmt? Wusste er, dass Mallorca, die Insel im Mittelmeer, gar nicht zum deutschen Staatsgebiet gehört? Holger sagt, für politische Parolen sei in seinem Restaurant kein Platz. Er behauptet: "Ich habe nach wie vor eine patriotische Einstellung, aber ich stand nie für die Extreme der NPD." Deswegen hat er jetzt immer einen Platz, wenn sich beispielsweise Spanier in sein Lokal verirren. Er sagt: "Hier ist jeder willkommen, auch Linke oder Menschen anderer Nationalitäten." Ob ihm jetzt die Lippe wehtut, auf die er sich bei diesem Satz beißen musste?