Grohnde - Im niedersächsischen Atomkraftwerk Grohnde werden bei der Kontrolle des Reaktorkerns immer mehr defekte Bauteile entdeckt. Bei der noch laufenden Überprüfung der sogenannten Drosselkörper seien bereits sechs kaputte Federn festgestellt worden.

Das sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Von den 132 im Reaktorkern verbauten Teilen seien bislang 98 kontrolliert worden. Drosselkörper werden zur Kühlung der Brennstäbe eingesetzt.

Wie lange der Meiler in Grohnde noch vom Netz bleibt, ist offen. Der Einbau des neuen Generators wird noch etwa drei bis vier Wochen dauern. Das rund 30 Jahre alte AKW war im April für die jährliche Routine-Revision vom Netz genommen worden. Dabei stellten Techniker zunächst im Inneren des Generators, also im nicht-nuklearen Bereich, einen Schaden fest.

Das Ministerium ordnete dann weitere Kontrollen an. Dabei wurden dann auch die defekten Federn an den Drosselklappen erkannt, die bei der Revision noch nicht aufgefallen waren. Das Ministerium prüft daher auch, ob die bisherigen Kriterien für die Routine-Revisionen ausreichend sind. Möglicherweise könnten wegen der Defekte auch auf die anderen deutschen Kernkraftwerke umfassende Kontrollen zukommen.