Berlin - Jeder zweite Bundesbürger hat schon einmal versucht, via Internet politisch Einfluss zu nehmen - etwa mit Bitten oder Beschwerden an Behörden. Das geht aus einer neuen Forsa-Umfrage hervor, die der Nachrichtenagentur dpa in Berlin vorlag.

Die meisten Menschen meinen auch, dass sich mehr Menschen an Wahlen beteiligen würden, wenn man seine Stimme online abgeben könnte. 57 Prozent sind dieser Ansicht. 38 Prozent meinen, die Möglichkeit zur Internetwahl hätte keinen nennenswerten Einfluss. Allerdings meint eine Mehrheit von 54 Prozent, für sie käme es nicht infrage, bei einer Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahl die Stimme elektronisch oder über das Internet abzugeben. 45 Prozent können sich das demnach vorstellen.

38 Prozent meinen, es werde in Deutschland auf absehbare Zeit zur Möglichkeit kommen, die Stimme elektronisch oder online abzugeben. 56 Prozent sind der Ansicht, dies werde nicht geschehen. Unter anderem aus Gründen der Datensicherheit gibt es solche Internetwahlen in Deutschland derzeit nicht.

Bei dem Versuch politischer Einflussnahme über das Internet spielen mit 24 Prozent E-Petitionen auf Bundes- oder Landesebene die größte Rolle, gefolgt von Anregungen oder Beschwerden bei Stadt- oder Gemeindeverwaltungen etwa über fehlende Kita-Plätze (17 Prozent).

Jeweils 14 Prozent haben sich schon einmal im Internet an politischen Diskussionen oder Abstimmungen über überregionale Themen beteiligt oder Ärgernisse im öffentlichen Straßenbild wie wilde Müllkippen oder Schlaglöcher benannt. Zwischen 8 und 4 Prozent nahmen schon einmal Kontakt mit einem Politiker über soziale Netzwerke auf, machten Vorschläge zur Verwendung von Steuergeldern auf lokaler Ebene oder beteiligten sich an EU-Konsultationen.

Eine Mehrheit der Bürger meint auch, dass das Vertrauen zur Politik durch Live-Talks oder Chats von Politikern im Internet steigen würde. Das Bundesforschungsministerium hatte die Umfrage im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2014 "Digitale Gesellschaft" in Auftrag gegeben.