Limburg - Der abberufene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steht nach Einschätzung von Wolfgang Rösch von der Bistumsleitung vor einem beruflichen Neuanfang im Ausland.

Die Diözese selbst habe auf eine Entscheidung allerdings keinen Einfluss, diese treffe vielmehr die Bischofskongregation in Rom, sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle am Freitag. In einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" (Freitag) hatte Rösch zuvor gesagt, die Weltkirche stehe Tebartz-van Elst offen.

"Die neue Aufgabe wird wohl nicht im deutschsprachigen Raum sein", mutmaßte Rösch. In Deutschland könne es keinen unbefangenen Neuanfang geben. Wichtig sei aber eine schnelle Lösung: "Jeder Tag länger im Bistum macht es schwerer - für ihn und für das Bistum."

Der Papst hatte Tebartz-van Elst Ende März wegen des Finanzskandals um den neuen Bischofssitz und der Kritik an dessen Führungsstil abberufen. Einen Nachfolger für ihn gibt es noch nicht.

Rösch kündigte zudem neue Strukturen im stark umstrittenen Verwaltungssystem des Limburger Bistums an. "Wir werden das von Bischof Tebartz-van Elst geänderte Statut neu verfassen", sagte er. Dieses Statut aus dem April 2011 beschreibt im Wesentlichen die Pflichten des Bischofs, aber auch die Zuständigkeiten des umstrittenen Verwaltungsrates im Umgang mit dem Vermögen. Auch die Methoden der Rechnungslegung werden darin detailliert beschrieben.

Teil der Strukturreform werde auch der dreiköpfige Vermögensverwaltungsrat sein, 2010 von Bischof Tebartz-van Elst ins Leben gerufen: "Das Gremium soll unabhängig bleiben, aber stärker ins Ordinariat integriert werden", sagte Rösch. Wie eine Art Controlling beaufsichtigt der Rat Einnahmen und Ausgaben des im "Bischöflichen Stuhl" versammelten Amtsvermögens des Bischofs. Das Trio hatte sich im Finanzskandal völlig überrascht von der Kostenexplosion gezeigt und beklagt, es sei vom Bischof "hinters Licht geführt" worden.

Rösch hat das Amt des "Ständigen Vertreters" des derzeitigen Bistumsleiters Manfred Grothe inne. Der Papst hatte den Paderborner Weihbischof Ende März als sogenannten Apostolischen Administrator für das Bistum bestellt.