Berlin - Kurz vor der ersten Lesung des Mindestlohngesetzes im Bundestag beharrt der Wirtschaftsflügel der Union auf Nachbesserungen.

"Im Gesetzentwurf von Frau (Arbeitsministerin Andrea) Nahles (SPD) müssen auf jeden Fall alle Fehllenkungen vermieden werden, die Langzeitarbeitslosen, Niedrigqualifizierten, Jugendlichen, aber auch älteren Arbeitslosen die Arbeitssuche erschweren", sagte Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, der Zeitung "Die Welt". Es sei "völlig grotesk", dass auch Praktikanten den Mindestlohn erhalten sollen, die erstmal nur einen Beruf erkunden sollen, meinte Steiger.

Massive Kritik übte auch der Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, Hans Michelbach. Das geplante Gesetz sei "von Anfang an missraten". "Es wäre besser, es verschwände wieder in der Schublade. Dieses Gesetz wird Arbeitsplätze kosten, gerade für gering Qualifizierte und Jugendliche", sagte Michelbach der Zeitung.

Der Bundestag berät am Donnerstag in erster Lesung über die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde. Die Lohnuntergrenze war eine der Kernforderungen der SPD im Bundestagswahlkampf. Kritiker befürchten, dass durch den Mindestlohn Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor verloren gehen könnten.