Berlin - Nach der Europawahl bleiben die Unionsparteien in der Wählergunst unter Druck. Das ergaben die jüngsten Umfragen für das ZDF-Politbarometer und den ARD-Deutschlandtrend.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU laut ZDF auf 39 Prozent (minus 1 Punkt im Vergleich zum Vormonat). Für die ARD hatten die Meinungsforscher von Infratest dimap einen Unions-Wert von 38 Prozent errechnet (minus 2).

Für die AfD, die bei der Europawahl gut abgeschnitten hatte, entwickeln sich die Umfragewerte positiv. Sie legt in der Sonntagsfrage der ARD um zwei Punkte zu auf 7 Prozent. Das ZDF sieht die AfD bei 5 Prozent (plus 1). Die vom Mainzer Sender beauftragte Forschungsgruppe Wahlen hat aber auch erhebliche Zweifel am langfristigen Erfolg der AfD ausgemacht: Mit 63 Prozent gehen fast zwei Drittel der Befragten davon aus, dass die AfD bei der Europawahl hauptsächlich gewählt wurde, um den anderen Parteien einen Denkzettel zu verpassen.

Die SPD kann nach den Umfragen bei einer Bundestagswahl derzeit mit 26 Prozent rechnen, die Grünen liegen bei 11, die Linke bei 9 Prozent. Die FDP kommt in beiden Umfragen nicht über die bei der Bundestagswahl geltende 5-Prozent-Hürde.

Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hatte Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1504 Wahlberechtigte befragt. Für die ZDF-Umfrage zum Politbarometer interviewte die Forschungsgruppe Wahlen vom 2. bis 4. Juni 1215 Bürger.