Berlin - Der gesetzliche Mindestlohn soll nach dem Willen der Gewerkschaft Verdi deutlich früher steigen als im Gesetzentwurf vorgesehen - und zwar schon in zwei Jahren.

"Wir halten den Plan der Bundesregierung, den gesetzlichen Mindestlohn erst 2018 anzuheben, für falsch. Wir brauchen deutlich früher Erhöhungen, am besten bereits 2016", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der "Passauer Neuen Presse". "Denn 8,50 Euro erbringen bei einer Vollzeitstelle gerade mal ein Einkommen auf dem Niveau der Lohnpfändungs-Freigrenze."

Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht vor, dass der für Anfang 2015 geplante gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde frühestens Anfang 2018 angehoben und dann jährlich angepasst wird. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatten sich allerdings auf ein anderes Modell verständigt. Sie wollen, dass der Mindestlohn bereits Anfang 2017 erstmals erhöht wird. Danach solle er regelmäßig alle zwei Jahre entsprechend der Entwicklung der Tariflöhne steigen.