Düsseldorf/Hannover - Bei Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hat die SPD wichtige Bürgermeisterposten gewonnen und der CDU zum Teil bittere Niederlagen beschert.

So kommt es in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf zu einem überraschenden Machtwechsel: Dort besiegte der SPD-Politiker Thomas Geisel am Sonntag klar Amtsinhaber Dirk Elbers von der CDU. Geisel kam auf 59,2 Prozent der Stimmen, Elbers erhielt 40,8 Prozent. In der ersten Runde vor drei Wochen hatte Elbers noch deutlich vor seinem Herausforderer gelegen.

In Braunschweig, der zweitgrößten Stadt Niedersachsens, verlor die CDU ebenfalls den Oberbürgermeisterposten an die SPD. Hier lag der SPD-Politiker Ulrich Markurth mit 66,5 Prozent ebenfalls deutlich vor CDU-Herausforderer Hennig Brandes, der auf 33,5 Prozent der Stimmen kam. Der bisherige Sozialdezernent Markurth tritt die Nachfolge von Gert Hoffmann (CDU) an, der mit 68 Jahren zu alt für eine erneute Kandidatur war.

Für die CDU setzte sich damit die Serie von Niederlagen in den Großstädten fort. So hatte sie unter anderem schon in Stuttgart und Frankfurt am Main die Chefsessel in der Rathäusern verloren. In den 16 Landeshauptstädten stellt die Union jetzt nur noch in Dresden den Oberbürgermeister.

Die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten am 25. Mai parallel zur Europawahl stattgefunden. In Kommunen, in denen damals kein Bewerber die nötige absolute Mehrheit errang, waren nun Stichwahlen angesetzt. Die Wahlbeteiligung lag mit Werten zwischen 30 und rund 40 Prozent sehr niedrig.

Die SPD konnte in Nordrhein-Westfalen auch ihre Hochburg Dortmund knapp verteidigen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) setzte sich mit 51,6 Prozent gegen CDU-Herausforderin Annette Littmann durch, die auf 48,4 Prozent kam. Auch in Bielefeld gewann der SPD-Kandidat die Stichwahl. Dagegen schaffte die CDU den Machtwechsel in Mönchengladbach.

In Niedersachsen behauptete sich die SPD auch in Göttingen. Ihr Kandidat Rolf-Georg Köhler gewann die Stichwahl nach Angaben der Wahlleitung mit 58,8 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Kandidaten Martin Rudolph (41,2 Prozent). Der SPD-Mann Hauke Jagau verteidigte zudem sein Amt als Präsident der Metropolregion Hannover.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi gratulierte den Gewinnern. Die SPD stelle nun in neun der zehn größten deutschen Städte den Oberbürgermeister. "Die SPD ist und bleibt die Großstadtpartei Deutschlands", schrieb Fahimi.

Eine Niederlage kassierte auch Niedersachsens Ex-Innenminister Uwe Schünemann. Der CDU-Politiker wollte kurz hinter der Landesgrenze im nordrhein-westfälischen Höxter Bürgermeister werden, scheiterte aber am SPD-Amtsinhaber Alexander Fischer. Schünemann war im Januar 2013 aus dem Landtag geflogen und hatte zwischenzeitlich schon vergeblich versucht, Landrat im Kreis Hameln-Pyrmont zu werden.