Düsseldorf - Die nordrhein-westfälische CDU-Führung will künftig mehr Einfluss auf Kommunalwahlkämpfe nehmen. Dies soll eine Lehre aus dem Debakel für den abgewählten Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) sein.

"Ich würde nicht mehr zulassen, dass ein Oberbürgermeister solche Dinge als Privatsache ansieht", sagte CDU-Landeschef Armin Laschet am Montag in Düsseldorf. Elbers war bei der Stichwahl am Sonntag mit 40,8 Prozent der Stimmen unerwartet klar abgewählt worden.

Der eher mit Außenseiterchancen angetretene SPD-Politiker Thomas Geisel wurde mit 59,2 Prozent zum neuen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt gewählt. "In dieser Größenordnung kam es überraschend", sagte Geisel dem Radio-Sender WDR 2. Die SPD setzte damit ihre Erfolgsserie in großen deutschen Städten fort, während die CDU nur noch in einer einzigen Landeshauptstadt, in Dresden, den OB stellt.

Laschet warf Elbers vor, er habe sich von den Bürgern entfernt und sich nicht beraten lassen. Allen CDU-Kandidaten, die nach den NRW-Kommunalwahlen vom 25. Mai am vergangenen Sonntag in Stichwahlen zogen, habe der Landesverband personelle, beratende und finanzielle Hilfe angeboten. "In Düsseldorf war das nicht gewünscht", kritisierte Laschet.

Elbers hatte häufig für Negativ-Schlagzeilen gesorgt, unter anderem mit einer als arrogant empfundenen Abgrenzung Düsseldorfs von ärmeren Städten und einer Beleidigung des Ruhrgebiets. In einer Korruptionsaffäre konnte der 54-Jährige nur durch Zahlung einer Geldauflage Ermittlungen gegen sich beenden.

In Nordrhein-Westfalen haben jetzt die fünf größten Städte Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Duisburg einen SPD-Oberbürgermeister. Bundesweit stellt die SPD nach dem Sieg von Geisel in Düsseldorf in neun der zehn größten deutschen Städte den Oberbürgermeister. Hinzu kommt ein grüner Stadtchef.